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Aufstiegs-BAföG, Bundesweite staatliche Förderung.

Zur Förderung der Weiterbildung von Fachkräften und zur Förderung von Existenzgründungen gibt es eine bundesweite staatliche Förderung. Sie wird Aufstiegs-BAföG genannt und beruht auf dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFGB).

Berechnung des Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG ist eine Kombination aus einem Darlehen zur Förderung und einem direkten Zuschuss. Diese Gelder reduzieren die Kosten für die Ausbildung und die Prüfungen um insgesamt bis zu 64 %. Für förderfähige Lehrgänge wie die Weiterbildung zum Industriemeister Elektrotechnik gibt der Staat einen Zuschuss. Er beträgt 40% zu den Kosten für den Lehrgang selbst sowie für die Prüfungskosten. Dazu kommt ein zunächst zins- und tilgungsfreies Darlehen (zwei Jahre) der KfW Bank über den Restbetrag. Wurde die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen, werden wiederum 40% des Darlehens erlassen.

Eine Beispielrechnung soll das verdeutlichen.

Folgende Kosten entstehen (am Beispiel der TA Bildungseinrichtung Hameln) in 2020 für die Weiterbildung:

1.950 Euro für Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen (BQ)
2.650 Euro für Handlungsspezifische Qualifikationen (HQ)
395 Euro für Ausbildereignungsprüfung (AEVO)
4.995 Euro gesamt

330 Euro IHK Prüfungsgebühren BQ
310 Euro IHK Prüfungsgebühren HQ
230 Euro IHK Prüfungsgebühren AEVO
870 Euro gesamt

Die Gesamtkosten von im Beispiel 4.995 + 870 = 5.865 Euro werden mit 40 % gefördert und verringern sich somit um 2.346 Euro auf verbleibende 3.519 Euro.

Über den Betrag in Höhe von im Beispiel 3.519 Euro kann ein zinsloses Darlehen bei der KfW-Bank aufgenommen werden, das über den Zeitraum von zwei Jahren tilgungsfrei ist. Eine Bonitätsprüfung findet nicht statt.

Nach erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen werden weitere 40 % dieses Betrages gefördert. Somit verringert sich der Restbetrag über 3.519 Euro um 1.407,60 Euro auf 2.111,40 Euro. Dieser zu zahlende Eigenanteil beträgt somit nach der Förderung nur noch 36 % der eigentlichen Kosten.

Höchstmögliche Förderung

Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in Höhe von maximal 15.000 Euro. Eine weitere Fortbildung wird nur dann gefördert, wenn diese nur durch eine notwendige Vorqualifikation erreicht werden kann. Die Weiterbildung zum Technischen Betriebswirt nach der Handwerksordnung ist demnach ebenfalls förderungsfähig, da sie erst nach der erfolgreichen Meisterprüfung begonnen werden kann.

Zusätzlich werden Kosten für das Meisterstück in Höhe von maximal 2.000 Euro gefördert. Erfolgt die Weiterbildung in Vollzeit, können auf Antrag weitere Förderungen erfolgen. Im oben genannten Rechenbeispiel wären (abhängig vom Einkommen des Haushalts) folgende monatliche Förderungen des Unterhaltsbedarfs möglich: Für einen verheirateten Teilnehmer mit drei Kindern würde maximal ein monatlicher Unterhaltsbeitrag in Höhe von 1.825 Euro als Darlehen gewährt, auf Antrag bis zum Zeitpunkt der Prüfung. Die Prüfung muss allerdings drei Monate nach Lehrgangsende erfolgt sein. Für die Zeit der Weiterbildung werden davon 897 Euro als direkter Zuschuss gewährt. Ab August 2020 ist mit der 4. AFBG-Novelle geplant, die Unterhaltsbeiträge vollständig als Zuschuss zu leisten. Alleinerziehende mit Kindern erhalten zudem einen Zuschuss für Kinderbetreuung.

Voraussetzungen der Förderung

Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Lehrgang bei einem zertifizierten Anbieter erfolgt. Zertifizierte Anbieter verfügen über ein entsprechendes Qualitätssicherungssystem. Außerdem hat der Staat folgende Bedingungen für eine Förderung festgelegt:

  • Mindestdauer: 400 Unterrichtsstunden
  • Vollzeitlehrgang: wöchentlich mindestens 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen; Gesamtzeit maximal drei Jahre
  • Teilzeitlehrgang: monatlich mindestens 18 Unterrichtsstunden (im Durchschnitt); Gesamtzeit maximal vier Jahre
  • Fernlehrgänge: Förderung wie bei einem Teilzeitlehrgang, falls sie zusätzlich den Anforderungen entsprechen, die im Fernunterrichtsschutzgesetz festgelegt sind
    Mediengestützte Lehrgänge: Eine Förderung ist möglich, falls mindestens 400 Stunden Präsenzunterricht enthalten sind. Anstelle des Präsenzunterrichtes kann auch eine mediengestützte Kommunikation erfolgen, die vergleichbar verbindlich ist und durch regelmäßige Erfolgskontrollen ergänzt wird. Pure Selbstlernphasen werden nicht gefördert.

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