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Meisterboni und Meistergründungsprämien

Die einzelnen Bundesländer fördern eine berufliche Weiterbildung auf sehr unterschiedliche Weise. Der gewährte Bonus für den erfolgreichen Meisterabschluss schwankt zwischen Null Euro und 4.000 Euro. Länder wie Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zahlen keine Meisterboni, sie unterstützen aber großzügig Existenzgründungen. In Thüringen gibt es den Meisterbonus nur für Jahrgangsbeste, hier wird aber keinerlei Prämie für Übernahme eines eigenen Betriebes gezahlt. Eine bundeseinheitliche Lösung würde in allen Bundesländern den Anreiz zur Weiterbildung erhöhen.

Meisterboni

Einige Bundesländer zahlen eine Prämie für den erfolgreichen Meisterabschluss nach einer Weiterbildung. Dieser Meisterbonus ist unabhängig vom Aufstiegs-BAföG und als eine zusätzliche Anerkennung des zuständigen Bundeslandes gedacht. Die Voraussetzungen zur Zahlung sind in jedem Bundesland gesondert geregelt. Einige Bundesländer beschränken sich hierbei auf Meister im Handwerk. Die Meister müssen im jeweiligen Bundesland wohnen oder arbeiten.

Meisterboni in den einzelnen Bundesländern:

1.500 Euro Baden-Württemberg (seit 2020, Meisterprüfung im Handwerk)
2.000 Euro Bayern (Meisterprüfung nach Fortbildung, Antrag bis 2 Jahre nach Abschluss)
1.500 Euro Brandenburg (seit 2019, Meisterprüfung im Handwerk)
4.000 Euro Bremen (seit 2019, Aufstiegsfortbildungsprämie nach bestandener Meister-Fortbildungsprüfung, mindestens sechs Monate Wohn-oder Arbeitsort in Bremen)
1.000 Euro Hamburg (Meisterprüfung nach Aufstiegsfortbildung)
1.000 Euro Hessen (Meisterprüfung im Handwerk, Antrag bis 6 Wochen nach Abschluss)
2.000 Euro Mecklenburg-Vorpommern (Meisterprüfung), 5.000 Euro gibt es jeweils für den innerhalb des Gewerks besten Prüfungsabschluss
4.000 Euro Niedersachsen (Meisterprüfung im Handwerk, Antrag bis 16 Wochen nach Abschluss, Wohnsitz oder Beschäftigungsort in Niedersachsen)
1.000 Euro Rheinland-Pfalz (Aufstiegsbonus)
1.000 Euro Saarland (Meisterprüfung)
1.000 Euro Sachsen (Meisterprüfung, Antrag bis 2 Jahre nach Abschluss)
1.500 Euro Sachsen-Anhalt (Meisterprüfung)
1.000 Euro Thüringen (jeweils nur für den innerhalb des Gewerks besten Prüfungsabschluss)

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks und mehrere Landesregierungen arbeiten derzeit an einer bundeseinheitlichen Lösung für diese Meisterprämien. Ziel ist es, nach erfolgreicher Meisterprüfung oder Aufstiegsfortbildung die Kosten zu einhundert Prozent zu übernehmen. Das ist ein weiterer Schritt, um die berufliche mit der akademischen Bildung gleichzustellen. Ein Zeitpunkt für eine Entscheidung ist noch nicht bekannt.

Meistergründungsprämie
Für die Gründung oder Übernahme eines Betriebes zahlen einige Bundesländer einen Zuschuss in Höhe von mehreren tausend Euro. Für die Bewilligung haben die einzelnen Bundesländer auch hier unterschiedliche Kriterien festgelegt, die für die Bewilligung ausschlaggebend sind. Grundsätzlich ist die Gründungsprämie für diejenigen Meister gedacht, die nach der Prüfung entweder einen eigenen Betrieb neu gründen oder einen bestehenden Betrieb übernehmen. Einige Länder zahlen diese Prämie aber auch, wenn der Meister sich an einem Betrieb beteiligt.

Meistergründungsprämien in den einzelnen Bundesländern:

15.000 Euro (Maximum) Berlin (auch bei Beteiligung an einem bestehenden Betrieb), die Auszahlung erfolgt in zwei Schritten:
Ø 8.000 Euro bei Selbständigkeit maximal vier Jahre nach der Meisterprüfung,
Ø 5.000 weitere Euro bei Schaffung eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes bis drei Jahre nach Förderung,
Ø 2.000 weitere Euro im zweiten Schritt bei Einhaltung der Frauenquote in einem Beruf, der weniger als 20% weibliche Auszubildende hat

12.000 Euro (Maximum) Brandenburg (auch bei Beteiligung an einem bestehenden Betrieb), die Auszahlung erfolgt in zwei Schritten:
Ø 8.700 Euro bei Übernahme oder Gründung eines eigenen Betriebs, auch bei mindestens 30% Beteiligung an einem Betrieb,
Ø 3.300 weitere Euro bei Schaffung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen möglich

7.500 Euro Mecklenburg-Vorpommern (nur, wenn ein bestehender Betrieb übernommen wird und dies die erstmalige Existenzgründung in Vollexistenz ist; der Antrag muss vor der Übernahme erfolgen)

10.000 Euro Niedersachsen (nur wenn zwei Jahre nach Übernahme, Gründung oder Teilhabe ein unbefristeter und sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz geschaffen wurde)

7.500 Euro Nordrhein-Westfalen (wenn Finanzierungsbedarf mindestens 15.000 Euro (ohne Bau- und Personalkosten) beträgt und eine Beratung bei der Handwerkskammer nachgewiesen wird, auch bei Beteiligung an einem bestehenden Betrieb, SV-pflichtige Person muss mind. 24 Monate oder AZUBI 12 Monate beschäftigt werden)

2.500 Euro Rheinland-Pfalz (auch bei Beteiligung an einem bestehenden Betrieb und auch bei nebenberuflicher Tätigkeit)

10.000 Euro Sachsen-Anhalt (bei Neugründung oder Übernahme eines Betriebes)

10.000 Euro Schleswig-Holstein (auch bei Beteiligung an einem bestehenden Betrieb), die Auszahlung erfolgt in zwei Schritten:
Ø 7.500 Euro Basisförderung
Ø 2.500 weitere Euro bei Schaffung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen möglich, die mindestens 12 Monate besetzt waren, Antrag darf erst drei Jahre nach Betriebsübernahme gestellt werden

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